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Gasthaus am Rande der Stadt

Ich rufe an. Keiner geht ran. In 20 Sekunden ruft unbekannte Nummer zurück.
"Hallo, Sie haben mich angerufen."
"Wer sind Sie?"
"Emil vom Gasthaus."
"Wie ist ihr Familiennahme?"
"Emil vom Gasthaus Frau Ross."
Aha, jetzt habe ich kapiert, wer anruft. Ich habe eigentlich meine Übernachtung per booking gebucht. Die ganze Kommunikation findet per e-mail statt, Kreditkarte angeben, Buchung ausdrücken, fertig. Spart eine Menge Zeit und der Kunde ist glücklich, nicht persönlich betreut zu werden. Anonymität pur.
Am Tag des Ankunfts war ich um 21.00 Uhr da. Auf der Autobahn brauchte ich ewig bis ich vom Punkt A bis zum Punkt B komme. Angekommen, stehe ich vor verschlossener Tür. Ein Schild sagt mir was zu tun ist. "Zum Einchecken rufen Sie bitte die Nummer... an". Ich habe keinen anderen Wahl und rufe brav an. Der Code für die Tür verstehe ich kaum, da ein männlicher Stimme mit Akzent die Zahlen nicht richtig ausspricht. Endlich nach dem dritten Mal habe ich geschafft die Tür aufzumachen. Erleichtert klettere ich die Holztreppe hoch zu meinem Zimmer. A, der Schlüssel habe ich von einer Schublade gefischt, die erste Schublade, zusammen mit meiner Meldebescheinigung, die  ruhig in einer Plastikhülle geduldig auf mich warteten. Jeder könnte zur Schublade greifen und  meine Identität stehlen, mit Adresse und Telefonnummer. Diese Meldebescheinigung hatte keinen Namen, Stempel oder ein Zeichen vom Gasthaus. Nichts, das habe ich später gesehen, einfach wie von einem Geist alles verschluckt. Jetzt war ich durstig und wollte schnell zu meinem Zimmer. Ich hatte so ein mulmiges Gefühl. Angst war es nicht, aber mir war es unheimlich. Der alte Schlüssel öffnete schnell die Tür und ich gelangte in der 50er Jahren. Der alte Kleiderschrank mit Regalen für Schuhe, voll mit Staub, der alte quadratische Tisch in der Mitte des Zimmers mit weißen Flecken von Flüssigkeiten. Der Boden mit dem schwarzen Teppich bedeckt. Als ich ins Bad reinkam, hatte ich das Gefühl, der Schimmel ist überall auf den Fließen. Zur meiner Beruhigung waren die Tücher weiß und sauber.  Das war das Einzige, was meine abenteuerliche Seele erfreute. Das Gasthaus befand sich am Rande der Stadt Kehl und mein Zimmer war an der Ecke des Hauses. So hatte ich zwei Straßen im Blick. Für nächtliche Entdeckungen hatte ich keine Lust, mein Tag war vorbei und ich wollte nur schlaffen. In mir schlummerte so ein Gefühl, von einem betrügerischen Geist ausgenutzt und betrogen zu werden. Am Morgen habe ich das Haus verlassen, und der Schlüssel an der Innenseite der Tür gelassen. Keine Rechnung, nichts. "Warte ab, vielleicht bekommst du es per mail", meldete sich meine innere Stimme. So ein Abenteuer. Ein Geist ist der Herrscher, der Geist, der Gästegelder futtert und anonym bleibt. Die Preisleistungsverhältnis entsprach ein 4-Sternen Hotel, die Realität an einem 2-Sternen Haus. Das Ganze unter dem Hut von Bett und Frühstück. Jeder kann Geschäfte machen.
Ich freute mich auf die Multi-Kulti Atmosphäre in der Stadt mit Ostereinkäufe, der Geruch von Döner und blühenden Bäumen. Der Gastherr vergesse ich nicht, und buche meinen nächsten Unterkunften irgendwo anders. Ah, ich habe fast vergessen. Mein Zimmer war für Nichtraucher. Falls jemand raucht, er muss 100 Euro Busgeld bezahlen. Es war für mich ein Rätsel wie der Geist das feststellen konnte. Untersuchte er den Müllgehalt oder hatte eine feine Nase?
Ich bin unterwegs und freue mich auf die Zeit mein Blog weiter zu schreiben.

P.S. Das Haus wird von der ...Immobilien GmbH mit Sitz in der Schweiz vermietet. So weiß ich jetzt wer der Geist, der das Geld futtert, ist.
Fotos:Ross



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